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Die Wallfahrt im Spiegel der PresseNOZ (10.7.1984): "Christen steht das Lachen gut zu Gesicht".Rund 7100 Teilnehmer bei der 132. Telgter Wallfahrt Osnabrück/Telgte. Waren es bei der ersten Wallfahrt der Osnabrücker im Jahre 1852 noch ganze 25 Pilger gewesen, so hatten sich in diesem Jahr rund 7 100 Gläubige aufgemacht, um bei der Wallfahrt zum Gnadenbild der "Schmerzhaften Mutter" in Telgte dabeizusein. Viele von ihnen bewältigten die Strecke hin und zurück nahezu 90 Kilometer zu Fuß. Unter der Führung des geistlichen Leiters, Dechant Johannes Hiltermann, brachen 800 Gläubige am frühen Samstagmorgen gegen drei Uhr auf. Immer wieder stießen weitere Pilgergruppen zu den Wallfahrern, die von den Sanitätern des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser-Hilfsdienstes begleitet wurden und denen der "Polizeischutz" niedersächsischer und nordrheinwestfälischer Beamter ein autofreies Wochenende sicherte. Während der Rast in Oedingberge wies Josef Oldinges, Pfarrer in Georgsmarienhütte/Hardenberg darauf hin, daß der Glaubende keine Angst vor der Zukunft zu haben brauche, weil er sich von Gott bedingungslos angenommen wisse. Dieses Wissen müsse sich in einer lebensbejahenden Zuversicht zeigen: "Den Christen steht das Lachen gut zu Gesicht." Höhepunkt des ersten Tages war die eindrucksvolle Ankunft der Pilger in Telgte. In seiner Begrüßungsansprache verglich Probst Heinrich Tiedmeyer aus Telgte die Prozessionsstrecke mit dem Lebensweg des Menschen. Die Schwierigkeiten, so Tiedmeyer, ließen sich aus der Gewißheit heraus bewältigen, daß Gott den Weg mitgehe. Damit nahm er deutlichen Bezug auf das Motto des Katholikentages in München, das auch über der Telgter Wallfahrt stand: "Dem Leben trauen, weil Gott es mit uns lebt." Dieser Gedanke durchzog auch die Predigten der Pilgermessen, die am Sonntagmorgen vor dem Auszug aus Telgte gelesen wurden. Nach einer für die Jugend gestalteten Messe, die von Pater Karl Eveld aus Kloster Ohrbeck gehalten und von einer Musikgruppe aus Holzhausen-Ohrbeck musikalisch gestaltet wurde, machten sich die Piilger auf den Rückweg. Die zweitägige Wallfahrt endete in der Oeseder St.-Peter-und-Paul-Kirche. Der Ertrag der Kollekte, die während der Wallfahrt gehalten wurde, soll zu gleichen Teilen einem Dritte-Welt-Projekt und einem Programm zur Ausbildungsplatzförderung zur Verfügung gestellt werden. Wie in den vergangenen Jahren waren die Prozessionsteilnehmer überwiegend Jugendliche. Gleichwohl waren unter den Pilgern auch einige erfahrene Wallfahrer zu finden. So zum Beispiel Franz Pieper aus Osnabrück, der mit 78 Jahren sein "65. Wallfahrtsjubiläum" begehen konnte im Sinn des Wortes. "Ich bin immer ganz vorne dabei", sagte er und fügte augenzwinkernd hinzu: "Ohne mich würden die doch falsch singen." Franz Pieper weiß auch noch zu berichten, wie es war, als die Nationalsozialisten die Pilgerfahrt untersagten. "Da sind wir eben alle einzeln losgegangen. Niemand hätte uns daran hindern können, nach Telgte zu pilgern." th. |