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Die Wallfahrt im Spiegel der Presse

Telgter Zeitung (8.7.1991):

139. Fußwallfahrt Osnabrück Stadt und Land:

6800 Teilnehmer scheuten brütende Hitze auf dem Weg nach Telgte nicht.

Bischof Dr. Averkamp begleitete den Pilgerzug – Große Resonanz trotz Ferienbeginn.

MH. Telgte. "Nein, das Wetter spielt bei der Osnabrücker Wallfahrt keine Rolle!" Karl-Heinz Schomaker, technischer Leiter des Pilgerzuges von Niedersachsen in die Emsstadt, läßt solche Argumente nicht gelten. Egal ob heiß oder kalt, trocken oder feucht – die Osnabrücker finden alljährlich am ersten Juliwochenende den Weg in den Marienwallfahrtsort Telgte.

So fand die traditionelle Wallfahrt trotz hochsommerlicher Temperaturen auch am Samstag und Sonntag bei ihrer 139. Auflage erneut regen Zuspruch. Daß mit rund 6800 Teilnehmern – darunter 120 Wallfahrer aus Telgte – in diesem Jahr allerdings kein Rekordergebnis erzielt werden konnte, lag laut Karl-Heinz Schomaker möglicherweise an der in Niedersachsen bereits begonnenen Ferienzeit.

Bereits um drei Uhr hatten sich die Pilger nach einem Aussendungsgottesdienst auf den rund 50 Kilometer langen Marsch gemacht. Außer einigen kurzen Stops hielt der Zug allein in Oedingberge sowie in Glandorf (Frühstück) und in Ostbevern (Mittag). Trotz der hohen Temperaturen bewegten sich die Wallfahrer exakt innerhalb des abgesteckten Zeitplans und kamen mit nur rund zehnminütiger Verspätung am Samstagnachmittag auf dem Kirchplatz von St. Clemens an. Nach der Begrüßung durch Probst Heinrich Tietmeyer und dem Gang zum Gnadenbild begaben sich die meisten Teilnehmer sogleich in ihre Quartiere, nahezu alle Pilger machten sich gestern morgen um acht Uhr bereits wieder auf den Rückweg nach Osnabrück.

Die Wallfahrer durften sich in diesem Jahr über eine besonders erlauchte Begleitung freuen: Niemand geringeres als der Osnabrücker Bischof Dr. Ludwig Averkamp hatte sich unter den Pilgerzug gemischt. Averkamp, der früher auch an der Loburg in Ostbevern sowie in Münster tätig war, hielt die Predigten während der drei Gottesdienst am frühen Sonntag morgen im 4.30 Uhr, 5.30 uhr und 6.45 Uhr.

Eine besondere Veranstaltung lastete bei den extremen Witterungsverhältnissen des Wochenendes naturgemäß auf den Sanitätern von Malteser-Hilfsdienst und Deutschen Rotem Kreuz. Bereits auf dem hinweg traten die ersten Fälle von Kreislaufkollaps auf, wobei auch viele jüngere Teilnehmer betroffen waren. Ansonsten waren die Helfer wie stets vor allem mit der Behandling von wundgelaufenen Füßen befaßt.

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