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Die Wallfahrt im Spiegel der Presse

Münstersche Zeitung (12.7.1993):

Erstaunlich viele Jugendliche pilgerten mit.

6700 Christen wallfahrteten von Osnabrück nach Telgte und zurück

-kd - Telgte (Eig. Ber.) Vieltausendstimmiger Gesang, ein mehr als forsches Schrittempo und mit hunderten von Zuschauern ein "Empfangskomittee" wie es sonst bei keiner Wallfahrt zu finden ist: Es war unverkennbar das Wochenende der "Osnabrücker", die am Samstag nachmittag als langer Pilgerzug in die Emsstadt einzogen. 6700 Frauen und Mäünner hatten die Organisatoren der Wallfahrt gezählt – weniger als noch im Vorjahr, aber dennoch "eine fantastische Beteiligung", wie Wallfahrts-Leiter Karlheinz Schomaker meinte. Denn der Termin zur Mitte der Sommerferien in Niedersachsen bedeute, daß zahlreiche Wallfahrer-Familien lieber auf dem Weg aus dem oder in den Urlaub statt auf der Route nach Telgte seien.

Sie haben etwas verpaßt: Eine der düstersten Wallfahrten seit Pilgergedenken nämlich. "Es wollte gar nicht hell werden", erzählten sich die Osanbrücker nach ihrer Ankunft in Telgte. Dabei hatte der Weg nach der Wallfahrtseröffnung in der Osnabrücker St-Johannes-Kirche so gut begonnen. "Um ein Uhr nachts war es noch sternenklar – prima Wallfahrtswetter." Doch im weiteren Verlauf der Strecke bezog es sich, Wolken zögerten den Tagesanbruch hinaus. Und als es so länger als gewohnt im Dunklen bergan auf den Kamm des Teutoburger Waldes ging, kündigte sich auch schon der zu den Wolken gehörige Regen an. Tagsüber hatten die Wallfahrer jedoch mehr Glück, zum Einzug in Telgte schien wieder die Sonne.

Unterwegs legte der rund zwei Kilometer lange Wallfahrts-Troß mehrere Pausen ein, so in Bad Iburg, wo der Osnabrücker Weihbischof Theodor Kettmann sich den Pilgern anschloß. In Oedingberge sprach der aus Telgte stammende Geistliche Hans-Werner Dierkes zu den Wallfahrern, in Ostbevern wurde Mittagsrast eingelegt. Vom erahrenen Wallfahrts-Schrittmacher ein letztes Mal auf Tempo gebracht, traf der Zug fast auf die Minute pünktlich am Emstor in Telgte ein, wo nicht nur Probst Heinrich Tietmeyer, sondern auch hunderte von Zuschauern die Osnabrücker erwarteten.

Beim ersten größeren "Verschnaufen" am Kaffeetisch im St.-Clemens-Pfarrhaus zogen die Wallfahrtsorganisatoren am Samstag eine positive Zwischenbilanz. Bemerkenswert, so Wallfahrtsleiter Schomaker, sei vor allem die überwältigende Beteiligung Jugendlicher am Wallfahrtszug. Doch auch in der Szene der "organisierten Wallfahrer" habe es Zuwachs gegeben. Zum Kreis der dutzenden traditionsreichen Wallfahrtsvereine, die sich jährlich unter einer Fahne als Gruße zum Weg nach Telgte zusammenfinden, habe sich seit Mai der Wallfahrtsverein St. Marien aus Gellenbeck hinzugesellt. Die bislang 28 Mitglieder bilden nicht nur den ersten "e. V." unter den Wallfahrtsvereinen, sondern wollen neben der einmal jährlich stattfindenden Wallfahrt auch ein "richtiges" Vereinsleben aufziehen.

Doch vor dem Vereinsleben kam auch für die Gellenbecker gestern morgen wie für alle anderen Pilger als Bewährungsprobe der zweite Teil des Wallfahrtsweges. Nachdem bereits um 4.30 Uhr die Serie der Pilgergottesdienste mit Weihbischof Kettmann begonnen hatte, machten sich die Wallfahrer am frühen Morgen auf den bis zu 50 Kilometer langen Heimweg.

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