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Die Wallfahrt im Spiegel der PresseWestfälische Nachrichten (12.7.1999): Im Takt des Gebets laufen Beine von selbst.Wallfahrt: Vorbereitung dauert Monate. Telgte/Osnabrück. Samstag morgen, 3 Uhr, Osnabrück-Innenstadt. Die 147. Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte macht sich auf den 48 Kilometer langen Weg. Noch einmal läßt Karlheinz Schomaker den Blick am Wallfahrtszug vorbeigleiten. Doch der technische Leiter des Pilgerzuges weiß: "Wenn die Wallfahrt läuft, dann läuft sie dann gibt es kein Halten mehr." Gut sechs Monate Arbeit liegen hinter dem 57jährigen, der bereits seit 14 Jahren dafür sorgt, daß die große Fußwallfahrt sicher, geordnet und pünktlich ihr Ziel erreicht. Dank eines kleinen Stammes von zwölf Helfern, die sich im Hintergrund um die tausend Kleinigkeiten kümmern, kann Karlheinz Schomaker relativ gelassen den kommenden zwölf Stunden entgegenblicken, die die 7600 Wallfahrer für die Strecke von Osnabrück nach Telgte brauchen. Unterstützt wird dieses Kernteam von zahllosen freiwilligen Helfern, die den Sanitätsdienst, die Gepäckbeförderung und vieles mehr übernehmen. Im Januar, wenn noch keiner an die Wallfahrt denkt, wird Karlheinz Schomaker bereits wieder aktiv. Er setzt sich mit Behörden und Wallfahrtsvereinen zusammen, stimmt Termine ab, organisiert die Ausnahmegenehmigung dafür, daß die Bundesstraße 51 zwei Tage lang fast ausschließlich den Pilgern vorbehalten ist. Mitte Mai wird es dann richtig ernst. Auf einer Ordnerversammlung werden die Helfer eingewiesen, Details besprochen. "Wir feilen permanent an unserem Konzept", so Schomaker. Dieses Konzept sieht er als wichtiges Qualitätsmerkmal der Wallfahrt: "Es gibt keinen Leerlauf zwischendurch." Drei Minuten Pause, dann ein gemeinsames Lied oder Gebet, und wieder drei Minuten Pause, dann der nächste Impuls die Wallfahrt hat ihren ganz persönlichen Pulsschlag. 20 Vorbeter, die über den gesamten Pilgerzug verteilt sind, sorgen dafür, daß dieser Rhythmus eingehalten wird. Ein Rhythmus, dem sich keiner der Mitpilger entziehen kann, denn im Takt Gebetes oder der Melodie laufen die Beine fast von selbst. Eine zentrale Aufgabe hat Schomaker allerdings seit Jahren delegiert, Erster Mann des Pilgerzuges ist ein Langstreckenläufer. Mit der Stoppuhr mißt er die Abstände vorher definierter Meßpunkte, berechnet die Durchschnittsgeschwindigkeit und nimmt, wenn notwendig, Tempo aus der Wallfahrt oder gibt ein höheres Grundtempo vor. So kommt die Wallfahrt Jahr für Jahr pünktlich um 15.30 Uhr in Telgte an und kehrt am nächsten Tag genauso pünktlich wieder zurück. Für Karlheinz Schomaker ist dann immer noch nicht Schluß. Er setzt sich mit der Polizei zusammen, läßt den Verlauf noch einmal Revue passieren. Erst danach hat er Zeit für sich und gönnt sich eine heiße Dusche. Denn das ist sein persönliches Wallfahrtsritual. |