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Die Wallfahrt im Spiegel der PresseNOZ (9. Juli 2001): "Auf Inlinern kann man nicht beten, höchstens mal ein Stoßgebet".Pilgergang nach Telgte soll auch künftig eine Fußwallfahrt bleiben. Glandorf/Telgte (pol) Wenn Bischof Dr. Franz-Josef Bode, der am Samstag mit dabei war, oder der geistliche Leiter der 149. Fußwallfahrt von Osnabrück nach Telgte, Dechant Dr. Hermann Wieh von St. Johann in Osnabrück, ihre Füße spürten und sich Erholung gönnen wollten, so bot sich ihnen ein bequemer Sitzplatz in einem schwarzen Zweispänner. Seit der ersten Wallfahrt zum heiligen Gnadenbild der Gottesmutter in Telgte 1852 fährt den betenden und singenden Pilgern auf der 90 Kilometer langen Strecke eine Kutsche, reserviert für die geistliche Begleitung, voran. "Heute brauchen wir die Kutsche im wesentlichen nur noch für das Gepäck, denn die Geistlichen gehen selbst", berichtete Kutscher Johann Kornhülz, der die Wallfahrt bereits zum vierten Mal mit seinen beiden Stuten, der Friesin Rieke und die Hannoveranerin Sonja, begleitete. Wenn den Pilgern die Füße schmerzten, konnten sie sich ein Stück des Weges auf einem der 30 Begleitfahrzeuge, Trecker mit Anhänger, mitnehmen lassen. Bei leichten Problemen, etwa Blasen an den Füßen, standen insgesamt 50 Malteser- und DRK-Helfer bereit, die den Zug begleiteten. "Größere gesundheitliche Probleme haben die Pilger in diesem Jahr nicht. Wir brauchen nur die Blasen zu behandeln", erklärte der Einsatzleiter Georg Schnieder. Die Blasen kurierten die Helfer mit Babyreinigungsmilch, Babypuder, Jod, Pflaster und Verbänden. Zwei Rettungsfahrzeuge und ein Krankenwagen fuhren dem Zug der Pilger voran. Aber es liefen auch jeweils zwei Helfer von allen beteiligten Rettungsdiensten im Pilgerzug mit, um für den Fall eines Falles sofort Erste Hilfe leisten zu können. "Die Telgter Wallfahrt ist bei den Rettungsdiensten sehr beliebt", meint Schnieder. Zu diesem "Paradeeinsatz" des Jahres würden sich immer mehr Helfer melden, als gebraucht würden, und die meisten Einsatzkräfte seien schon seit Jahren dabei. Rund 6500 Menschen seien in diesem Jahr bei der Wallfahrt unter dem Motto "Ein Segen sollst du sein", gezählt worden, zu etwa zwei Dritteln junge Leute, berichtete der technische Wallfahrtsleiter, Karlheinz Schomaker. Das sei angesichts der Ferien und des Wetters kein schlechtes Ergebnis. Trotzdem hat Schomaker Größeres vor. Im kommenden Jahr, zum 150jährigen Bestehen der Telgter Wallfahrt, will er den Rekord der 100. Jubiläumswallfahrt mit 12000 Pilgern zumindest erreichen, wenn nicht brechen. "Auch sonst haben wir einiges geplant", so Schomaker zu den Jubliäumsvorbereitungen. Es werde eine Chronik erstellt, und in Telgte werde bereits im April kommenden Jahres eine Ausstellung mit historischen Wallfahrtsgegenständen, wie etwa alten Fahnen, gezeigt. Die Organisatoren fühlen sich der Tradition verpflichtet. Neuerungen, wie beispielsweise die Öffnung der Wallfahrt für Inline-Skater, die auf den gesperrten Straßen ideale Bedingungen vorfinden würden, sind nicht geplant. "Im Prinzip ist eine Inliner-Wallfahrt keine schlechte Idee, aber wir wollen eine Fußwallfahrt bleiben", erklärte Dechant Wieh. Das habe einen ganz einfachen Grund. Wieh: "Auf Inlinern kann man nicht beten, höchstens mal ein Stoßgebet." |