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Die Wallfahrt im Spiegel der Presse

Westfälische Nachrichten (14.7.2003):

"Wallfahrten mit neuem Schwung".

In Osnabrück pilgern mehr junge Gläubige zum Telgter Gnadenbild.

Telgte/Osnabrück – Samstagmorgen, 0.30 Uhr: Während sich viele Pilger noch einmal genüsslich im Bett umdrehen, sind Norbert Linkemeyer und 44 andere Mitglieder der kleinen Wallfahrtsgruppe aus Bohmte schon einige Zeit auf den Beinen.

Die Bohmter Teilnehmer an der Osnabrücker Wallfahrt haben die längste Anreise aller größeren Wallfahrtsgruppen. Auf dem Anhänger ihres Begleitfahrzeugs hocken 25 Personen, der Rest sitzt in drei Kleinbussen. Die Zeit drängt, denn nach der Ankunft in Osnabrück feiert die Gruppe eine Pilgermesse, trinkt noch schnell einen starken Kaffee, "um den letzten Schlaf aus den Augen zu wischen", und macht sich mit Hunderten anderer Pilger um 3 Uhr vom Johanniesfriedhof in Osnabrück zu Fuß auf den Weg nach Telgte.

Seit 151 Jahren wallfahrten Gläubige aus der Stadt Osnabrück und dem Umland nach Telgte zum Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter Gottes. Dass wallfahrten nicht nur eine lange Tradition hat, sondern voll im "Trend" liegt, das zeigte sich auch am Samstag. 8000 Gläubige "beteten mit den Füßen". Viele Pilger legten die kompletten 46 Kilometer Wegstrecke zu Fuß zurück. Zahlreiche Wallfahrtgruppen stießen unterwegs zum Tross dazu.

Doch noch etwas ist nicht nur in der Bohmter Gruppe, sondern im gesamten Pilgerzug auffällig: Ein großer Teil der Wallfahrer sind Jugendliche und junge Erwachsene. "Wallfahrten bewegt die Massen und begeistert vor allem die jüngeren Gläubigen", ist sich Karlheinz Schomaker, technischer Leiter der Wallfahrt, sicher.

Ähnliche Beobachtungen hat auch Norbert Linkemeyer aus Bohmte gemacht, der bereits seit mehreren Jahrzehnten bei der "Osnabrücker" dabei ist. Während Ende der 60er Jahre und Anfang der 70er-Jahre ein Abwärtstrend festzustellen war, ist wallfahrten derzeit sehr beliebt. Die Bohmter Gruppe kam wieder auf den Geschmack, als 1977 eigens für die Wallfahrt ein Treckeranhänger zur Aufnahme der Fußkranken und des Gepäcks umgerüstet wurde. Mittlerweile wächst die kleine Gemeinschaft von Jahr zu Jahr an.

Wie wichtig das "Beten mit den Füßen" für viele ist, zeigt aber auch ein anderes Detail. In Bohmte verlegten die Jugendlichen eigens den Beginn ihres Ferienlagers, um an der "Osnabrücker" teilzunehmen.

A. Große Hüttmann

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