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Die Wallfahrt im Spiegel der PresseNeue Osnabrücker Zeitung (14.7.2003) "Takt: 100 Meter in höchstens 75 Sekunden".Immer mehr junge Menschen dabei. Osnabrück Der Mann in der ersten Reihe fällt auf. Statt ins Gebetbuch schaut er ständig im Wechsel auf seine Armbanduhr und den Straßenrand. Klaus Meinert ist nicht etwa die Lust am Beten und Singen vergangen. Nein, Klaus Meinert ist der "Schrittmacher" der Telgter Wallfahrt, in diesem Jahr schon zum 30. Mal. Teilnehmer wie Zuschauer am Wegesrand wundern sich immer wieder darüber, wie es gelingt, an allen Stationen, ob in Glandorf, Ostbevern, Oedingberge oder Telgte, immer pünktlich auf die Minute anzukommen. "Ein großes Geheimnis steckt aber nicht dahinter", sagt Meinert. Anhand der Kilometersteine am Straßenrand kann er die Entfernung sehr gut abschätzen. "Um im Zeitplan zu bleiben, müssen wir die 100 Meter in minimal 70 und maximal 75 Sekunden zurücklegen", so Meinert, "klappt das einmal nicht, müssen wir die nächsten 100 Meter halt etwas schneller, beziehungsweise langsamer gehen." Helfer mit Jod, Nadel und Pflaster Auch in diesem Jahr gelang es ihm wieder, dass die knapp 8000 Gläubigen bei bestem Pilgerwetter am Samstagnachmittag pünktlich in Telgte einzogen. Etwa 7900 Pilger machten sich am Sonntagmorgen zu Fuß auf den Rückweg in ihre Heimatgemeinden. "Das sind mehr Pilger, als wir jetzt in der Ferienzeit erwartet hatten", freut sich der technische Leiter der Wallfahrt, Karlheinz Schomaker. Die Osnabrücker Fußwallfahrt nach Telgte ist damit nach der Wallfahrt in Altötting die zweitgrößte in Deutschland. Zwei Dinge werteten Schomaker und sein Organisationsteam in diesem Jahr besonders positiv. zum einen, dass immer mehr junge Menschen den rund 80 Kilometer langen Weg auf sich nehmen. "Viele engagieren sich dabei sogar als Fahnenträger oder Vorbeter", so Schomaker. Und zum anderen, dass in diesem Jahr nur wenige Pilger über Kreislaufprobleme oder geschundene Füße klagten. Wenn sich dann doch einmal ein Pilger eine Blase gelaufen hatte, sorgten die rund 50 helfer vom Malteser-Hilfsdienst mit Jod, Nadel und Pflaster schnell für Abhilfe. Motto der 151. Telgter Wallfahrt war das Bibelwort "Dein Wort ist das Licht" aus dem Johannesevangelium. Weihbischof Theodor Kettmann sprach in seiner Predigt in der Pilgermesse am frühen Sonntagmorgen über die elementare Bedeutung des Lichts für die Menschen. Er wünschte allen Wallfahrtsteilnehmern, dass die dunklen und verworrenen Wege ihres Lebens vom Wort Gottes her Klarheit, Kontur und Helligkeit bekommen. Musikalisch begleitet wurden die Messen in Telgte vom Glandorfer Chor "Sine Nomine" und vom Blasorchester Borgloh, womit die 150. Teilnahme der Borgloher Pilger an der Wallfahrt gewürdigt wurde. Ein besonderes persönliches Jubiläum konnte Josef Herkenhoff aus Kloster Oesede feiern, der zum 50. Mal den Weg nach Telgte auf sich nahm, davon zum 28. Mal als Vorbeter. Goldenes Gebetbuch für den Schrittmacher Klaus Meinert wollte unterdessen kein großes Aufheben um sein Jubiläum machen, sondern hoffte nur, auch zukünftig noch viele Jahre als Schrittmacher die Wallfahrt zu begleiten. Das Geschenk für seine kangjährige Arbeit wird er dann allerdings kaum nutzen können. Er erhielt nämlich als Dank ein goldenes Gebetbuch der Telgter Wallfahrt. Jörg Schürmeyer
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