Die Wallfahrt im Spiegel der Presse
Neue Osnabrücker Zeitung (12.7.2004)
Ausnahmezustand auf der B51
Osnabrücker Wallfahrt: 8500 Teilnehmer
von Andrea Hertleif
Telgte. Wenn Osnabrücker Wallfahrt ist, dann herrscht auf der B 51 zwischen Telgte und Ostbevern ab 14.30 Uhr zunächst gespenstische Ruhe. Kein Auto fährt, Radler und Inlineskater nutzen die Fahrbahn. Doch eine halbe Stunde später ist kein Durchkommen mehr. Das Blaulicht eines Polizeiautos ist erster Vorbote der laufenden Menschenmasse. Unaufhaltsam rücken sie dann näher: Fahnen und Kreuze, alte und junge Pilger, Fußlahme und gut Erholte.
Rund 8500 reihten sich in diesem Jahr in den Zug ein, 1000 mehr als im langjährigen Durchschnitt.
Um 3 Uhr hatte sich der Zug mit etwa 1000 Pilgern in Osnabrück in Bewegung gesetzt, um 15.45 Uhr erreichte er mit achteinhalbfacher Teilnehmerzahl Telgte.
Eine Premiere war die 153. Osnabrücker Wallfahrt für Propst Heinz Erdbürger. Erstmals hieß er den Pilgerzug in Telgte willkommen und führte ihn in die Stadt. „Es ist wichtig, dass die Traditionen lebendig bleiben“, sagte Erdbürger und blickte dabei in die Gesichter von vielen Kindern und Jugendlichen. Diese Gruppe sei in diesem Jahr besonders stark vertreten, freute sich Wallfahrtsleiter Karl-Heinz Schomaker. Gründe dafür sieht er im anstehenden Weltjugendtag und in der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst. „Der Benedikt-Bonus hat sich positiv ausgewirkt“, ist er sich sicher.
Schomaker war begeistert vom Elan der Jugendlichen. „Die beten und singen mit, das ist fantastisch.“ Unterwegs bleibe aber auch Zeit für Gespräche mit alten Bekannten und Freunden. „Man spürt die Begeisterung“, berichtete der Mann aus Osnabrück, im roten T-Shirt bestens erkennbar. Unterwegs begegneten Schomaker Teilnehmer aus Magdeburg, Oldenburg, vom Bodensee und aus Freiburg. „Wir haben mittlerweile eine Beteiligung aus der ganzen Bundesrepublik“, skizziert der 63-Jährige die überregionale Resonanz.
Mit dabei war in diesem Jahr wieder eine große Gruppe von rund 150 Wallfahrern aus Telgte, die unter der Leitung von Prälat Dr. Egon Mielenbrink teilnahmen.
Gestern Morgen wiederholte sich der „Spuk“ auf der B 51. Nach verschiedenen Messen am Morgen zogen die Wallfahrer aus Osnabrück und dem Osnabrücker Land um 8 Uhr aus, über die ebenfalls voll gesperrte Bundesstraße.
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